Europa ist noch immer nicht bereit für die Cloud

| Dr. Tobias Höllwarth

Ist Europa adäquat auf die Cloud-Revolution vorbereitet?

Photocredit: Elnur

Derzeit wird das Cloud-Business von einigen wenigen einflussreichen Global Playern dominiert, die großartige Services anbieten, jedoch als Oligopolisten auch den Markt stark zu ihren Gunsten beeinflussen. KMUs haben meist keinen Zugriff auf ausreichende Humanressourcen, um die massiven Herausforderungen zu bewältigen, die mit dem Einsatz komplexer neuer Technologien immer verbunden sind. Wenn wir jedoch klein- und mittelständische Unternehmen von wesentlichen fundamentalen technologischen Veränderungen ausgeschlossen sehen, dann muss uns klar sein, dass dies große Auswirkungen auf unseren Wohlstand in Europa haben wird.

Die vielfältigen Herausforderungen, die mit der Cloud-Revolution einhergehen, betreffen sowohl das Auswahlverfahren von Cloud Services als auch deren Integration und Betrieb. Benötigt werden dabei nicht nur Security-Spezialisten, sondern auch Know-how rund um rechtliche Compliance, Datenschutz, den Rechenzentrumsbetrieb, die Qualität des Betriebsprozesses und vieles mehr, um die Hürden auf dem Weg zu einem wirkungsvollen Servicemanagement in einem heterogenen Multiprovider-Umfeld zu meistern. 

Der bereits lange vorhergesagte Mangel an Fachkräften wird nun Realität und ist ein Bremsklotz für Entwicklung und Wirtschaftswachstum. Ausbildungssysteme sind noch nicht ausreichend gut angepasst, und ein einheitlicher europäischer Fiskal- und regulativer Rahmen fehlt ebenso. Als Europäer muss man jedoch auch stolz anmerken: Die Europäische Datenschutzgrundverordnung ist ein fundamentaler Meilenstein auf dem Weg zu einer vernünftigen Ordnung der digitalen Transformation. Und die DSGVO ist „Europa vom Feinsten“.  

 

Dr. Tobias Höllwarth ist Präsident von EuroCloud Europa eurocloud.org, Direktor des StarAudit Programms staraudit.org und leitet ein europäisches Netzwerk von IT Anwälten: cloudprivacycheck.eu/who/.